Tauchen, Gili Trawangan und mein erstes Erdbeben

Posted at 12:51, 26.09.2009

Ist jetzt zwar schon 2 Wochen her aber ich weiß nicht wo ich sonst anfangen soll und welches Datum das war – das weiß ich schon lange nicht mehr. Die erste Exkursion von der Uni hatte ein Tauchressort im Nordwesten der Insel zum Ziel – also um 6 Uhr losfahren, in Kuta auf ein paar Busse verteilen und 3 Stunden fahren, die der ein oder andere noch für ein kleines Nickerchen nutzte. Die letzte Stunde ging allerdings durch die Berge und nachdem mein Kopf zwei mal an der Scheibe gelandet ist habe ich doch lieber fürs Wachbleiben entschieden. Dort angekommen gab es nach einem Begrüßungsgetränk einen kleinen Vortrag über das Ressort und nach einer max. 10min Einweisung - zack- in kleinen Gruppen ins Wasser zum Schnuppertauchen... ist wohl so der Deal, dass sie direkt alle Studenten einladen und Rabatt geben damit dann auch alle schön dort ihren Tauchschein machen. Tauchen ging ganz gut obwohl ich glaub ich ganz schön was an Sauerstoff weggezogen habe. Auftauchen musste ich aber nicht noch mal und nach einigen Momenten hab ich versucht mich zu entspannen, mich weniger zu bewegen und die Unterwasserwelt zu genießen – wir waren auch nur 5 Meter unterwasser aber dann waren sie alle da: Nemo, Dori, kleine Blaue, große Dunkle, lange Fische und dicke Fische. Kadda war 2 Tage vor mir da und sie hat auch einen Hai gesehen – ich leider nicht aber die kleine bunte Wasserschlange die auch gesichtet wurde hat sich bei mir dafür zum Glück auch nicht blicken lassen. Während des Tauchens hatte ich keine Probleme mit den Ohren aber die 2 Tage danach hatte ich Druck auf den Ohren – hatte ich vielleicht doch nicht soo drauf mit dem Druckausgleich. Nach dem Mittagsessen mit grandiosem Meerblick wurden alle wieder in die Busse verfrachtet und auf dem Rückweg haben wir noch einen Tempel besichtet. Der Tempel wurde vor so eine Höhle gebaut die von 1000den Fledermäusen bewohnt wird. Die hängen da den ganzen Tag rum und kacken alles voll, sodass es im Umkreis von 100m leicht widerlich stinkt. Bevor man einen Tempel betritt muss sich jeder eine Sarong (so ein Tuch) umbinden und zack ist man angemessen gekleidet. Wir mussten alle unsere Wunden vorzeigen und so ein Typ entscheidet ob du damit den Tempel betreten darfst oder nicht. Blut würde den Tempel entweihen... Frauen die ihre Tage haben dürfen auch nicht rein. Nach der Uniwoche habe ich am Mittwoch noch schnell dazu entschieden am Donnerstag für eine Woche nach Lombock und zu den Gilis zu fahren. Mittwoch Abend wollt ich packen aber leider war die halbe Insel ohne Strom – also bin ich früh schlafen gegangen und um 4 Uhr aufgestanden um zu packen und zu duschen und dann ging es los – eine Stunde Autofahren zum Hafen – 4 Stunden auf einer alten Rostkahnfähre nach Lombok, die Insel westlich von Bali. Von da aus sind wir dann noch ein Stück nordwärts gefahren und 2 Übernachtungen in Sengiggi geblieben. Wir waren eine Gruppe von 20 Leuten – damit konnte man ganz gut verhandeln und unser Hotel für 8 Euro inklusive Frühstück hatte einen schönen Meerblick und Pool. Auf Lombock sind die Strände viel ruhiger, ab und zu ein Tourist oder ein einheimischer Fischer, keine Wellen aber dafür war das Wasser total klar und türkis. Von Sengiggi haben Leo (eine Mitbewohnerin von mir) und ich uns von der Gruppe abgesetzt und wollten schon mal weiter auf die Gilis fahren. Also sind wir früh aufgestanden und waren die Ersten die sich um Frühstücksbuffet bedienen dürften. Leicht Schlaftrunken stehen wir da neben dem Buffet und fragen uns warum dieser Stapel Teller plötzlich immer lauter klappert. Eine Angestellte vom Hotel stand neben uns als die Erde plötzlich sehr viel deutlicher anfing zu beben und Sie schreiend raus lief - Ja, da sind wir dann lieber auch mal raus gegangen... aber dann war der Spuk auch schon vorbei und konnten Frühstücken. Das war echt abgefahren und meine Knie noch eine halbe Stunde später wie Gummi.... hab mich dann auch dabei erwischt wie ich beim Frühstück das Meer nach irgendetwas ungewöhnlichem abgesucht habe – war aber zum Glück nichts! Unsere Fahrt ging dann mit einem Public Bemo (so ein Minibus, hinten offen zum reinsteigen, und rechts und links ne Sitzbank) weiter. Die Fahrt war total schön – in der Morgensonne die Küstenstraße hoch und den Ausblick genießen. Ich hätte gern das ein oder andere Mal angehalten und genauer geguckt aber das Bemo musste sich bemühen nicht komplett zu verrecken und wäre nach einem Stopp vielleicht auch nicht wieder angesprungen. Wenn ich noch mal nach Lombok fahre dann nehme ich auf jeden Fall den Roller mit. In der Hafenstadt Bangsal angekommen haben wir uns mal wieder von der Transportmafia ein zu teures Ticket verkaufen lassen und sind dann mit dem Boot nach Gili Trawangan, die größte der 3 Gili Inseln gefahren. Die Überfahrt dauerte ne ¾ Stunde und die 1,70Euro waren gut investiertes Geld. Wir hatten so einen extremen Wellengang und wurden alle von oben bis unten Nass. Wir saßen mit 25 Leuten in dem Boot, oder besser Nussschale und so mitten zwischen den Inseln dachte ich schon: ok, soweit kannst du auf keinen Fall schwimmen. Aber Leo fing an aus vollem Hals zu Lachen, die Fahrt zu genießen und diese Einstellung gefiel mir dann auch besser als das „Was ist wenn...“ im Kopf. Einigen im Boot wurde schon übel und ein paar Japaner hatten laut Gesichtsausdruck und krampfartigem Festhalten anscheinend echte Überlebensangst – ist ja aber alles gut gegangen. Im Bus auf der Rückfahrt haben wir erfahren, dass so ein Boot erst vor 2 Wochen untergegangen ist und das an diesem Samstag, wo wir gefahren sind, auch diskutiert wurde ob man noch fahren kann oder nicht.... hab ich zum Glück nicht vorher gewusst, dann hätte ich es wahrscheinlich echt nicht mehr so lustig gefunden. Auf Gili Trawangan angekommen haben wir uns erstmal auf die nervige Suche nach einer Unterkunft begeben und zum Glück auch einen kleinen Bungalow aus geflochtenen Palmenblättern gefunden. Der war zwar halb offen aber ich hatte mein Moskitonetz mit und so brauchte uns das nicht stören. Das Wasser aus der Dusche war aufbereitetes Meerwasser und immer noch ziemlich salzig, aber für eine paar Tage schon ok. Auf den Gilis gibt es keine Roller, Autos, Stress, Polizei... nichts. Alle gehen extrem langsam zum Fuß, fahren Fahrrad oder bewegen sich mit einer der unzähligen Pferdekutschen fort. Die ersten 2 Tage war das Wetter leider nicht sooo toll aber am dritten Tag dafür umso besser und wir waren Schnorcheln... Hammer! Ich hab Riesenschildkröten gesehen, vielleicht 2 Meter entfernt. Also Schnorcheln find ich richtig gut – bin ich Fan. Abends war dann Party im Irish Pub wo Leo und ich gegen internationale Konkurrenz erfolgreich gekickert haben... war ein riesen Spaß! Auf Bali habe ich zwar noch keinen Kicker gesehen aber kommt vielleicht noch! Am Mittwoch sind wird dann die Rückreise angetreten: 1 Stunde Nusschale, 1 ½ Bus, 4 Std. Rostfähre, 1 ½ Bus, halbe Stunde laufen, 15 min Taxi – endlich angekommen. Das Wetter ist die letzten Tage extrem gut und dich hoffe, dass wenn Rina und Alex am Dienstag kommen sich das Wetter erstmal hält und sich Bali von seiner Schokoladenseite präsentiert. Bald wieder mehr.... drück euch alle!!!!


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